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Fortbildung für die Gentechnikfachbediensteten der staatlichen Umweltverwaltung NRW

Der richtige Einsatz von Desinfektionsmitteln in gentechnischen Anlagen

Beschreibung

Die Anforderungen an gentechnische Anlagen werden im Gentechnikgesetz (GenTG) und in der Gentechnik-Sicherheitsverordnung (GenTSV) vorgegeben. Laut § 17 Absatz 3 GenTSV muss für das Arbeiten mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ein Hygieneplan erstellt werden, der eine Kurzübersicht der zu beachtenden Hygienemaßnahmen zum Bei-spiel mit zeitlichen Vorgaben und hinsichtlich des Mittels und der Anwendungsmethode enthält.

Gemäß GenTSV, Anlagen 2 bis 4 sind in gentechnischen Anlagen, in denen mit GVO umgegangen wird, wirksame Desinfektionsmittel und spezifische Desinfektionsverfahren zur Verfügung zu stellen und anzuwenden.

Als Grundlage für die Prüfung der im Hygieneplan genannten Desinfektionsmittel werden von den zuständigen Behörden bisher vom Robert Koch-Institut (RKI), dem Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) oder von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) gelistete Mittel für den dort genannten Anwendungsbereich in der dort genannten Konzentration und Einwirkdauer anerkannt. Diese Mittel wurden vor der Listung einer neutralen Prüfung nach standardisierten Verfahren/Leitlinien unterzogen und sind dabei für bestimmte Anwendungsbereiche inkl. Applikationsvorgaben zugelassen.

Für die „Dekontamination von Mikrobiologischen Sicherheitswerk-bänken (MSW) der Klasse I − III mit dem Begasungsmittel Wasserstoffperoxid (H2O2) liegt darüber hinaus ein Beschluss des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) vor, der auf einer Empfehlung seiner Projektgruppe Labortechnik (ELATEC) beruht, und Verfahrensparameter vorgibt, sofern keine RKI-konforme Begasung möglich ist.

Laut RKI-Liste sind sämtliche Viren mit „viruziden“ Mittel zu beseitigen. Sie stellen jedoch für die Mitarbeiter eine gesundheitliche Belastung dar. Für behüllte Viren kann von den hohen Anforderungen abgerückt werden. Das RKI weist auf Mittel, mit dem Zusatz „begrenzt viruzid“ oder „viruzid PLUS“ hin. Die Mittel mit diesem Label finden sich jedoch hauptsächlich bei den Händedesinfektionsmittel.

Grundsätzlich ist auch die Verwendung nicht gelisteter Desinfektionsmittel zulässig, sodass sich die Fragen stellen,

  • ob auch Mittel mit anderen Wirkbereich für behüllte Viren z. B. bei Oberflächenkontaminationen ausreichend sind und
  • welche Prüfkriterien erfüllt sein müssen, damit auch nicht gelistete Mittel von den Behörden für den jeweiligen Anwendungsfall zur Desinfektion anerkannt werden können.


  • Desinfektionsmittellisten VAH/RKI/DVG/IHO in der Praxis: Grundlagen, Anwendung
  • Anwendung nicht gelisteter Desinfektionsmittel, modifizierte Anwendung / Anwendung außerhalb des gelisteten Anwendungsbereichs, Sonderfälle

Themen

IHR PROGRAMM

10:00 Uhr: Begrüßung und Einführung

10:15 Uhr: Desinfektionsmittel: Regulatory, Wirksamkeit und Anwendung

Dr. Thomas Rauch

11:00 Uhr: Kaffeepause

11:15 Uhr: Vorstellung der VAH-Desinfektionsmittelliste

Dr. Jürgen Gebel

12:00 Uhr: Vorstellung der DVG-Desinfektionsmittelliste

Prof. Dr. Uwe Rösler

12:45 Uhr: Mittagspause

14:00 Uhr: Weitere Verfahren zur Inaktivierung von Erregern (z. B. Begasung von mikrobiologischen Sicherheitswerkbänken)

Gerhard Lauth

Gegen 16:00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Abschluss mit Teilnahmebescheinigung

Zielgruppe

Mitarbeiter/innen der Bezirksregierungen, die für die Genehmigung oder Überwachung gentechnischer Anlagen zuständig sind.

Dozenten/Dozentinnen

  • Dr. Jürgen Gebel, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikum Bonn, Bonn
  • Gerhard Lauth, STERIS Deutschland GmbH, Hamburg
  • Dr. Thomas Rauch, IHO Industrieverband Hygiene, Frankfurt
  • Prof. Dr. Uwe Rösler, Institut für Tier- und Umwelthygiene, Berlin

Preise

Präsenz-Teilnahme
Bezirksregierungen und LANUV
350,00 €
Sonstige Behörden in/außerhalb NRW*
380,00 €

*Die Preise verstehen sich zzgl. der zum Zeitpunkt der Leistung gültigen Umsatzsteuer.

Im Preis enthalten

In der Teilnahmegebühr sind jeweils seminargebundene Unterlagen und bei Präsenzveranstaltungen das Mittagsbuffet sowie Erfrischungsgetränke enthalten.