Suchen
Suche

Veranstaltungs-Suche

Kursnummer AA558
Hintergrundbild
Sie sind hier:

Fachgerechte Bodenansprache bei der Altlastenbearbeitung nach aktuellem Bodenschutzrecht Wappenseminare durch das BEW

Angewandte Bodenkunde – Technogene Substrate – Mindestdatensatz

Beschreibung

Mit der Veröffentlichung der neuen Bodenkundlichen Kartieranleitung (KA) 6 im Herbst 2024 ergeben sich für die Berufspraxis wesentliche Änderungen und Neuerungen bei der Bodenansprache, insbesondere im Umgang mit anthropogen beeinflussten Böden und Altlasten bzw. -verdachtsflächen. So wurde beispielsweise ein neuer Bodentyp, der „Deposol“, eingeführt. Dieser erleichtert die Ansprache dieser speziellen Böden. Zudem wurde die Liste der anthropogenen Bildungen, also der Technogenen Substrate, im Vergleich zur KA 5 praxisorientiert strukturiert und um typische und häufig vorkommende Substrate ergänzt.

Die KA 6 enthält außerdem von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe empfohlene Datensätze, die den Vollzug des Bodenschutzrechts im vor- und nachsorgenden Bodenschutz unterstützen. Für die Gefährdungsabschätzung (z. B. im Rahmen der Untersuchung und Bewertung nach der novellierten BBodSchV) steht ein spezielles Geländeformblatt zur Verfügung, das aus der umfangreichen Bodenkundlichen Kartieranleitung Mindestdatensätze definiert, die bei der Bodenansprache – bezogen auf die konkrete Fragestellung – obligatorisch aufzunehmen sind.

In diesem Zusammenhang sind eine Reihe von Bodenparametern enthalten, die für eine fachlich fundierte Gefährdungsabschätzung von grundlegender Bedeutung sind. In der Praxis bedeutet dies, dass sowohl bei Probennahme, gutachterlicher Stellungnahme, Planung als auch im behördlichen Vollzug vertiefte bodenkundliche Kenntnisse erforderlich sind, um eine dem Bodenschutzrecht entsprechende Bewertung der Untersuchungsergebnisse vornehmen bzw. nachvollziehen zu können.

Ein weiteres Ziel des Seminars ist es, die Ansprache und das Erkennen häufig in der Praxis vorkommender technogener Substrate in anthropogen beeinflussten Böden zu vermitteln. Diese Materialien, oft als Fremdmaterial angetroffen, können Schadstoffe enthalten und stellen somit eine potenzielle Gefahr dar. Im Rahmen des Seminars werden diese Substrate „zum Anfassen“ vorgestellt – zunächst anhand von Übungen mit Musterstücken und anschließend im Gelände an Bodenprofilen. Dabei wird auch auf alle weiteren in der Ersatzbaustoffverordnung geregelten Materialien eingegangen, um eine praxisnahe und verständliche Vermittlung zu gewährleisten.

Ihr Nutzen

Erwerben Sie praxisnahe Sicherheit in der Bodenansprache und Dokumentation nach KA als Grundlage einer bodenschutzrechtskonformen Altlastenbearbeitung. Sie lernen den Mindestdatensatz zielgerichtet anzuwenden, um Bodenparameter fachlich fundiert für die Gefährdungsabschätzung zu erfassen und Gutachtenergebnisse belastbar zu bewerten bzw. nachzuvollziehen. Ein kompakter Überblick über die Neuerungen der KA 6 mit Fokus auf anthropogene/technogene Böden rundet das Seminar ab. Die praktische Anwendung am 2. Tag vertieft die Kenntnisse und stärkt die Sicherheit bei der Umsetzung des Gelernten im Gelände.

Zielgruppe

Mitarbeiter/-innen von Ingenieur- und Gutachterbüros, Beschäftigte von Bodenschutzbehörden mit bodenkundlichem Grundlagenwissen. Student/-innen und Arbeitssuchende können zu gesonderten Konditionen teilnehmen.

Themen/Programm

1. Tag

Einführung in die angewandte Bodenkunde

  • Erkennen und Beschreiben der diagnostischen Horizonte und Prozesse in Böden


Inhalt und Aufbau der Bodenkundlichen Kartieranleitung

  • Mindestdatensatz bei der Altlastenerkundung
  • Gegenüberstellung DIN 4022


Bodenkundliche Ansprache von anthropogen beeinflussten Böden/Altlasten

  • Erkennen und Ansprechen von Technogenen Substraten (Praxisübung)


Fallbeispiele aus der gutachterlichen Praxis


2. Tag

Exkursion
Am zweiten Seminartag führt Sie die Exkursion in den Landschaftspark Duisburg-Nord, einem ehemaligen Eisenhüttenwerk. Auf dem insgesamt 200 ha großen Gelände werden an praktischen Beispielen natürliche und anthropogen beeinflusste Bodenstandorte vorgestellt und die Anwendung des Mindestdatensatzes getestet. Sie werden selber die Gelegenheit haben, ihre Kenntnisse anzuwenden, wenn Sie vor Ort die Vielzahl technogener Substrate bestimmen.

Hinweis: Bitte denken Sie an wetterfeste Kleidung, geländegängiges Schuhwerk sowie ggf. Zecken- und Sonnenschutz.

Dozenten/Dozentinnen

  • Dr. Lutz Makowsky, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Kortemeier Brokmann GmbH, Herford
  • Dr. Bernd Steinweg, Abteilungsleiter, „Abfall, Bodenschutz und Altlasten“, Kreis Viersen, Viersen

Abschluss

Abschluss mit Teilnahmebescheinigung

Preise

Präsenz-Teilnahme
Regulär*
730,00 €
Verbandsmitglieder*
AAV, BDE, BDG, BVB, BVK, BWK, DGAW, DVGW, DWA, EdDE, InwesD, ITAD, ITVA, VDRK, vero, VKS im VKU, WFZruhr
680,00 €
Bezirksregierungen und LANUK NRW*
570,00 €
Kommunale Umweltverwaltung NRW
190,00 €
Sonstige Behörden in/außerhalb NRW*
630,00 €

*zzgl. gesetzl. MwSt. auf MwSt.-pflichtige Leistungen

Im Preis enthalten

Im Teilnahmepreis sind Unterlagen zur Veranstaltung, das Mittagsbuffet sowie Erfrischungsgetränke enthalten.